Allgemein

Nackt ist kein Synonym zu sexy

Ein paar Gedanken, die von einer Foto-Reihe inspiriert wurden und als Comeback zu meinem Blog dienen:

Schon seit ich ziemlich jung war, waren mir gewisse sexuelle Szenen und Anspielungen im Fernsehen sehr unangenehm. Als ich etwa 16 war, habe ich zum ersten Mal eine Szene mit einer nackten Frau gesehen, die das Gefühl nicht bei mir hervorgerufen hat. Damals konnte ich nicht sagen, warum. Heute weiß ich, es lag daran, dass sie nur durch ihre Wohnung lief und geduscht hat und die Kamera keinen Close-Up auf gewisse Körperstellen gemacht hat und sie in der Dusche keine ekstatische Performance abgegeben hat.

Kurz: Ich habe ein Problem damit, wenn mir ein Film oder eine Szene eine sexuelle Sichtweise aufzwingt. Denn ein nackter Körper an sich ist nicht sexuell. Der Kontext macht’s.

Damit will ich nicht sagen, dass einem Nacktheit (sowohl die anderer Menschen als auch die eigene) nicht unangenehm sein darf. Es gibt etliche Gründe, die dazu führen können und auch hier müssen die individuellen Grenzen geachtet werden. Dabei sollte man nur nicht den menschlichen Körper sexualisieren, denn damit schadet man sehr vielen anderen.

Die Körper von Frauen (oder solcher Personen, die die Gesellschaft als Frauen ansieht) sind so sexualisiert, dass so gut wie jede Darstellung, in der ihr Oberkörper unbedeckt ist, im Kontext von Sex oder zumindest sexueller Begierde stattfindet. Die Konsequenz daraus ist, dass Eltern nicht einmal öffentlich ihre Kinder stillen können, geschweige denn generell oberkörperfrei existieren dürfen, sobald sie gesehen werden könnten. Es bringt generell eine sehr ungesunde Einstellung zum eigenen Körper bei, der nur in einem sexuellen Bereich existieren darf.

So ziemlich dasselbe gilt für ohnehin schon von der Gesellschaft über-sexualisierte Gruppen wie People of Color und queere Menschen.

Ein Körper ist ein Körper und auch wenn er nackt ist, muss daran nichts sexuelles sein.

 

 

Asexualität · Event

CSD Stuttgart 2017

Letzten Samstag war der CSD in Stuttgart und eine Freundin und ich hatten uns ein paar Tage vorher entschieden mitzulaufen. Ich habe es definitiv nicht bereut!

Wir sind mit Aktivista, bzw. Bi-in-BW mitgelaufen und ich habe mich selten so wohl gefühlt mit Menschen, die ich gerade zum ersten Mal getroffen hatte. Es war wirklich schön noch andere Aces zu treffen. Und meiner Erfahrung nach sind die Bisexuellen sowieso generell ziemlich cool. Und die Lesben, die mitgelaufen sind, haben richtig Stimmung gemacht, während sie noch Schilder getragen haben. Wie gesagt, eine tolle Gruppe.

Aktivista und Bi-in-BW haben auch ihre eigenen Blogeinträge über den CSD geschrieben und scheinbar hat es wirklich allen, die dabei waren, Spaß gemacht.

Uns wurden auch echt tolle Flyer zum Verteilen gegeben, die auf Bisexualität und Asexualität aufmerksam machen sollen. Ich habe ein paar Leute gesehen, die sie interessiert durchgelesen haben (andere haben sie nur zum Luftfächeln benutzt, aber es war wirklich sehr heiß, also verzeihe ich ihnen mal).

Ich hoffe wirklich, dass ich nächstes Jahr wieder teilnehmen kann (und dass es etwas kühler wird.)

Mein selbstgemachtes Pride Merchandise kam auch ziemlich gut an. Das wäre eventuell noch etwas für zukünftige Beiträge. Stoff bemalen ist recht einfach, wenn man es mal raus hat und Armbänder im Streifenmuster knüpfen ist auch keine große Sache. Außer man macht sein T-Shirt am Abend davor und 17 Bänder in drei Tagen.

Ich bin gerade ziemlich im Stress, hoffe aber, dass ich noch ein paar Beiträge liefern kann in nächster Zeit.

 

 

 

 

Asexualität

Asexuelle in den Medien

Nach meinem letzten Blogeintrag habe ich mich tatsächlich mal umgeschaut wegen asexueller Repräsentation.

Ich habe einige Masterposts gefunden, die andere Leute schon zusammen gestellt haben. Ich kann aber nicht bewerten, ob es sich um gute Repräsentation handelt oder ob die Einschätzungen der Ersteller der Listen nachvollziehbar sind, also Vorschläge mit Vorsicht genießen.

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Asexualität

Asexualität im deutschen Fernsehen?

Weltweit findet man nicht viele explizit Asexuelle im Fernsehen. Und bei denen, deren Verhalten darauf hinweisen könnte, blocken die Serienmacher ziemlich schnell diese Interpretation oder sehen die Asexualität eines Charakters als Makel an.

Ich hätte im deutschen Fernsehen nicht erwartet, dass irgendeine Serie sich damit auch nur im weitesten Sinne auseinandersetzt.

Dann hab ich letztens angefangen ein paar Folgen von „Edel und Starck“, einer Anwaltsserie, die bis 2005 lief, wieder anzuschauen und bin auf etwas interessantes gestoßen. In Staffel 4 Episode 11 („Der X-Punkt“) geht es um das Thema Sex und einer der Handlungsstränge handelt von einem Mann, der keinen Sex möchte.

Auf der Seite von Sat1 Gold kann man sich die Folge kostenlos anschauen.

Volker Adam kommt als Mandant zur Kanzlei, weil sich seine Frau von ihm scheiden lassen will. Weil er nicht mit ihr schlafen möchte.

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Allgemein

Endlich Ehe für alle

Wie so viele habe ich heute morgen den Livestream der Bundestagssitzung verfolgt. Die Reden sind mehr oder weniger an mir vorbei gezogen, neue Argumente waren auf beiden Seiten nicht dabei. Die Abstimmung kam und das Ergebnis wurde bekannt gegeben. Ich musste die Zahlen mehrfach durch lesen, bevor ich mir endlich sicher war, dass das Ergebnis real ist.

Ich habe mich gefreut für alle, deren Wunsch wahr geworden ist, für alle, die jetzt heiraten können und für alle, denen diese Entscheidung hilft, sich selbst zu akzeptieren. Ich habe mich für meine Freunde gefreut. Und auch ein bisschen für mich. Es ist schön eine Möglichkeit mehr zu haben, selbst wenn man sich noch nicht sicher ist, was man will.

Ich habe mich aber nicht laut gefreut.

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